Streitschlichtung als Führungsaufgabe

Konflikte beginnen meistens mit einem auslösenden Ereignis, z.B. einer unsachlichen Bemerkung, einer nicht eingehaltenen Vereinbarung oder einfach einem Missverständnis. Wenn die Beteiligten die Situation nicht gleich klären, besteht die Gefahr, dass der Konflikt nach einer „heißen“ Phase der Auseinandersetzung abkühlt und als kalter Konflikt unterschwellig weiter eskaliert. Das kann psychische Belastungen und sogar gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

  1. Holen Sie sich das Einverständnis der Beteiligten für eine Vermittlung.
  2. Stellen Sie klare Regeln auf: ausreden lassen, keine Beleidigungen, Vertraulichkeit.
  3. Die Führungskraft steuert den Prozess, die Verantwortung für Lösungen liegt bei den Streitparteien.
  4. Lassen Sie Person A beginnen, die Situation zu schildern. Intervenieren Sie durch Konkretisierungsfragen, wenn es unsachlich wird (was zu erwarten ist). Dann fasst Person B zusammen, was sie gehört hat, ohne es zu kommentieren. A bestätigt oder korrigiert. Dann mehrfacher Wechsel.

Ein nächster Schritt könnte sein, dass jeder ausdrückt, was er selbst zu der Eskalation beigetragen hat (Prinzip Selbstverantwortung). Auf der Grundlage machen beide konkrete Lösungsvorschläge, was sie selbst bereit sind zu tun, um die Situation zu verbessern. Wenn auf diese Weise ein sicherer Raum entsteht, Konflikte anzusprechen, verlieren sie ihre latente Bedrohlichkeit und im Team entwickelt sich eine offenere Führungs- und Kommunikationskultur.

Rainer Paszek,
Trainer und Coach

Rainer Paszek,
Trainer und Coach

Trainingsschwerpunkte des Dipl.-Betriebswirts sind Führung, Teamentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung und Stressmanagement.

 

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