Ihre Führungsarbeit fängt immer und zuerst bei der Führung Ihrer eigenen Persönlichkeit an. Und wie es im Büro nicht nur Mitarbeiter gibt, die in jedem Moment des Projekts willkommen sind, gibt es auch in Ihrer Persönlichkeit Anteile, auf die Sie vielleicht gerne verzichten würden.

Aber das wäre fatal! Denn genau in den Schattenseiten Ihrer Persönlichkeit steckt Ihr größtes Entwicklungspotenzial. Jede Schwäche verleiht Ihnen nicht nur Charakter, sondern auch Möglichkeiten. Es kommt nur darauf an, sie wieder mal ans Tageslicht zu holen, statt im Keller der Persönlichkeit einzusperren: Statt den inneren Schweinehund zu bekämpfen, sollten Sie lernen, mit ihm zu tanzen.

Nehmen wir als Beispiel den in unserer vermeintlichen Leistungsgesellschaft eher unbeliebten Faulpelz. Was würde passieren, wenn sich Ihr fauler Anteil verabschieden würde? Gut, Sie würden endlich alles Liegengebliebene erledigen. Aber auf der anderen Seite hätten Sie keine Sekunde mehr auf der Couch, kein bisschen Abhängen im Strandbad, Tagträumereien wären völlig tabu. Denn es gäbe ja immer etwas zu tun. Ihr Leben wäre nur noch ein einziges Gehetze von einem Termin zum nächsten – während Sie die Rolltreppe hinauf spurten, stopfen Sie sich noch schnell eine Wurstsemmel in den Mund, um sodann die neuesten Börsenzahlen zu checken und parallel das Menü für die Weihnachtsfeier abzuhaken. Schließlich dürften Sie sich in die Schlange der Burnout-Betroffenen einreihen.

Es ist also der Faulpelz, der dafür sorgt, dass Sie sich entspannen. Er verfrachtet Sie in die Hängematte, gibt Ihnen ein gutes Buch in die Hand und den klaren Auftrag, alles andere nicht so wichtig zu nehmen.

Auf diese Weise verhält es sich mit allen Anteilen, allen Facetten Ihrer Persönlichkeit. Und wie in der Personalführung auch, muss man manche Methoden zur Führung des inneren Teams lernen und trainieren.

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Prof. Dr. Simon Hahnzog
Psychologe und Trainer

Neben seiner Professur für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius München arbeitet er als systemischer Coach und Supervisor mit dem Schwerpunkt Persönlichkeits­entwicklung.
 

Wie persönlich darf Persönlichkeit sein?