11 Tipps, mit denen Sie Ihr Projekt garantiert versenken

Was können Sie als Führungskraft tun, damit Ihr Projekt garantiert scheitert? Wir stellen Ihnen hier mit einem Augenzwinkern elf erprobte Richtlinien aus der Praxis vor. Setzen Sie diese auf jeden Fall um, wenn Sie Ihren Projekterfolg nachhaltig gefährden wollen!

Dr. Katrin Wulf
Senior-Beraterin

  1. Nutzen Sie bewährte Top-Down-Strukturen mit klaren Weisungsketten. Die Komplexität des Projektes ist ohnehin schon groß genug, da schadet jede überflüssige Kommunikation nur und hält die Projektbeteiligten von der Arbeit ab. Sie hingegen behalten mit dieser Führungsstruktur die Kontrolle über den Informationsfluss und sind jederzeit Herr der Lage!
  2. Geben Sie in einzelnen Teilprojekten nur genau die Informationen, die benötigt werden, um den eigenen Teil der Arbeit zu erfüllen. Zu viel Überblick über den Gesamtprozess schadet. Sparen Sie sich lieber die überteuerten Investitionen in überflüssige Kick-Offs, Schnittstellen-Meetings, Risikoworkshops oder unnötige Abstimmungen zwischen den Projektbeteiligten. Damit schonen Sie Ihr Projektbudget nachhaltig!
  3. Flexibilität ist eine Tugend! Verändern Sie möglichst oft die Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Loben oder kritisieren Sie nach einem für Ihre Mitarbeiter nicht nachvollziehbaren Muster. Geben Sie Ziele vor, die alles, nur nicht smart sind und erklären Sie dann, dass Sie mehr erwartet haben. Das erhöht die Stimmung im Team und Sie haben immer die volle Aufmerksamkeit Ihrer Leute.
  4. Finden Sie immer Schuldige und benennen Sie diese klar bei jeder sich bietenden Gelegenheit! Wenn möglich schon im Voraus: „Das wird nicht funktionieren, weil Herr Müller das nicht machen wird!“ So bremsen Sie übereifrige Projektmitarbeiter aus und können sich immer darauf berufen, dass Sie das ja schon immer gewusst haben!
  5. Seien Sie konsequent: Köpfen Sie grundsätzlich die Überbringer schlechter Nachrichten. Sie werden sehen, nach kürzester Zeit erhalten Sie keine mehr und Sie können sich im Zweifelsfall darauf berufen, ja nichts gewusst zu haben!
  6. Zeitdruck ist der beste Antrieb und Hektik sorgt für einen dynamischen Prozess. Beginnen Sie also möglichst spät mit der Planung und entscheiden Sie nur kurzfristig! Sollte dadurch Druck entstehen, geben Sie diesen ungefiltert an Ihre Mitarbeiter weiter, das treibt sie an!
  7. Entwickeln Sie Ihre Mitarbeiter. Setzen Sie möglichst viele unerfahrene, junge Mitarbeiter auf strategisch wichtige Teilprojekte und lassen Sie diese dann damit allein. Das spart unnötige Ausbildungskosten und sündhaft teure Gehälter für vermeintliche Experten.
  8. Beginnen Sie Meetings immer, indem Sie Ihre Sicht auf das Projekt und die weitere Entwicklung erklären. Fragen Sie dann erst die Beteiligten nach ihrer Meinung. Sie werden sehen, damit ersparen Sie sich lästige Fragen und laufen nicht Gefahr, kritisiert zu werden.
  9. Gewöhnen Sie Ihren Kunden von Beginn an daran, dass Sie in Verhandlungen immer nachgeben, insbesondere, wenn es um Geld geht oder um zusätzliche Projektarbeit. Zerstören Sie nicht seine völlig unrealistischen Wünsche, sondern setzen Sie ein Team junger eifriger Mitarbeiter daran. Ihr Kunde wird es Ihnen mit ständigen Änderungswünschen danken und Ihre Mitarbeiter sind über Jahre hinaus beschäftigt!
  10. Machen Sie sich ein Bild von den Stakeholdern des Projektes und gehen Sie davon aus, dass alle das gleiche Ziel haben wie Sie. Betonen Sie das ständig in Ihren Gesprächen mit Investoren, Aufsichtsräten und Politikern bei einer teuren Flasche Wein im Hotel. Damit überzeugen Sie nachhaltig!
  11. Deklarieren Sie alle Aufgaben wie Terminplanung, Risikomanagement, Qualitätsmanagement oder Vertragsmanagement als reine Formsache und vergeben Sie die Aufgaben an Fremdfirmen, die Ihnen lange Reports erstellen, die Sie dann schnellstmöglich abheften. So haben Sie Ihrer Kontrollpflicht Genüge getan und können dies beim Mittagessen mit dem Aufsichtsrat lauthals verkünden.

Dr. Katrin Wulf
Senior-Beraterin

Seit diesem Jahr vermittelt Dr. Katrin Wulf als Seniorberaterin und Trainerin ihr Wissen in Sachen Führung bei der Akademie. Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin setzt Schwerpunkte bei Führung und Zusammenarbeit in virtuellen Teams, Frauen in Führung, Gruppendynamik und Teamentwicklung. In ihrem Beitrag setzt sie auf Ironie, um essentielle Fehler im Projektmanagement aufzuzeigen.

 

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